Unternehmen

Die Flugplatzbetriebsgesellschaft Welzow mbH betreibt seit 1993 den ehemaligen Militärflugplatz der GUS – Streitkräfte in Welzow  als zivile Luftverkehrsanbindung für die Region Lausitz.

Der Platz liegt im Zentrum der Regionalprojekte Lausitzer Seenland, IBA – Fürst-Pückler-Land und dem Eurospeedway Lausitz. Eine kürzere Luftverkehrsanbindung gibt es nicht!

Der Verkehrslandeplatz Spremberg-Welzow hat mit den befestigten Flugbetriebsflächen die besten Bedingungen für den regionalen Luftverkehr. Die Genehmigung für Motorflugzeuge bis 14 Tonnen maximale Startmasse bei einem Sichtflugbetrieb am Tag und in der Nacht, ist eine gute Grundlage für den Flugbetrieb der allgemeinen Luftfahrt und für den Geschäftsflugverkehr. Die vorhandenen Anlagen beinhalten auch das Entwicklungspotential für Luftfahrzeuge bis 150 Tonnen Startmasse.

Das Flugplatzgelände hat seit 1927 verschiedene Luftfahrtepochen erlebt. Am Anfang begann der zivile Flugbetrieb mit Motor- und Segelflugzeugen auf der „grünen  Wiese“ und dauerte bis 1935. Von da an nutzte die deutsche Wehrmacht das Gelände bis 1945  für die Ausbildung von Bordfunkern und Bordschützen sowie für Fronteinsätze.

Nach 1945 erfolgte die Erweiterung und der Ausbau des Platzes für die Fliegerkräfte der Roten Armee. In der Zeit der Stationierung der sowjetischen Fliegerkräfte in Welzow wurden die Flugbetriebsflächen bis zu den heute vorhandenen Dimensionen ausgebaut.

Die sowjetischen Streitkräfte verließen nach der Wiedervereinigung von Juli bis August 1993 den Flugplatz und im September begann die zivile Nachnutzung. Der Beginn der FBG Welzow mbH.

Das Nutzungskonzept der FBG Welzow mbH war von Anfang an auf die drei Schwerpunkte Fliegen, Gewerbe und Freizeit ausgerichtet.

Veranstaltungen, wie Nachtflug- aktionen, Flugtage und die Nacht der Museen sind feste Punkte im Terminplan des Flugplatzes.
Weiterhin bietet das Gelände gute Voraussetzungen für die Durchführung von Fliegerlagern in Verbindung mit der Nutzung von touristischen Attraktionen der Region. Auf dem Verkehrslandeplatz werden Ausbildungen für PPL-A Lizenzen und den Ultraleichtluftfahrerschein angeboten und durchgeführt.Auf dem Verkehrslandeplatz angesiedelte Privatpersonen und Vereine bieten Rundflüge in bestimmten Paketen an.
Die Region mit ihren großen Kontrasten vom aktiven Tagebau bis zum Lausitzer Seenland ist eine interessante Landschaft, die es lohnt aus der Luft zu erleben.

Am 10. Juni 1914 berichtete der Welzower Anzeiger: „Eine angenehme Unterbrechung erlitt die gestrige Gemeindevertretersitzung dadurch, dass gegen 6:15 Uhr (abends) eine Rumpler-Taube (Eindecker-Motorflugzeug) gesichtet wurde.“ Das war bereits das zweite Mal, dass eine „Flugmaschine“ Welzow überflog. Das erste Mal war es am 14. Oktober 1909. Edmund Rumpler hatte schon 1908 mit einer „Anstalt für Luftfahrzeugbau“ in Berlin – Flugplatz Johannisthal – den Trend der Zeit erkannt und mit dem Bau von Motorflugzeugen in Lizenz (z. B. Flugzeuge von Etrich) begonnen. 1911 war das erfolgreichste Flugzeug in Deutschland die Rumpler-Taube. Mit ihr wurden damals alle deutschen Flugrekorde aufgestellt.

Otto Lillienthal, Ingenieur und von der Faszination Fliegen begeistert, war einer der wichtigsten Wegbereiter der Flugtechnik. In langjährigen Versuchen erforschte er, bis zu seinem tödlichen Absturz 1896, die physikalischen Bedingungen für das Fliegen ohne Motor. Lillienthal war es auch, der den Flugapparaten den Namen „Flugzeug“ gab.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde in Welzow, inzwischen zum Industriestandort gewachsen, nach Voraussetzungen gesucht, um das Fliegen zu verwirklichen. Die ersten nachweisbaren Aktivitäten gehen auf das Jahr 1928 zurück.“Der Pilot Erich Riehm“, so schrieb Hermann Schneider in seiner kleinen Chronik über Welzow, „veranstaltete auf dem Bahnsdorfer Platz bei Welzow für die Welzower Bevölkerung Passagierflüge.“ Diese konnten jedoch nur erfolgen, nachdem ein geeignetes Rollfeld für Start und Landung gefunden und hergerichtet worden war.

Riehm flog einen zweisitzigen Tiefdecker mit einem 20 PS-Motor von Mercedes Benz. Das Flugzeug wurde ab 1926 mit über 600 Stück in der „Klemm Leichtflugzeugbau GmbH“ in Stuttgart Böblingen gebaut. Unter dem 07. Juli 1929 steht in Hermann Schneiders Chronik: „Bei Welzow, in der Kolonie Bahnsdorf wird ein Volksflugtag abgehalten.

Dort gab es einen Fallschirmabsprung, auch Segelflüge und ein Tagfeuerwerk.“ In der selben

Chronik ist unter dem 13. September 1929 zu lesen: „Der bekannte Kunstflieger Udet erscheint (mit seinem Flugzeug, die Verfasser) über Welzow. Zwei rote Doppeldecker kreisen über dem Verwaltungsgebäude der Eintracht“. Uders Bordmonteur ist der Sohn des hiesigen Hausmeisters Baier…“

Am 07. November des gleichen Jahres fanden erneut Rundflüge und Fallschirmabsprünge statt. Ab 1930 betätigte sich der Deutsche Luftsportverband (DLV) mit Motor- und vor allem Segelflugzeugen auf dem Flugplatz. Bereits am 25. Juni 1933 wurde in Welzow eine „Luftfahrt-Werbewoche“ durchgeführt. Dem gleichen Zweck diente Ende Juli eine Wanderflugschau mit dem Thema „Motor- und Segelflugtage“. Als Fluglehrer war, bis zu seinem Absturz mit Todesfolge, Paul Schneider tätig.

Bekannte Welzower wie Kurt Lindner, Franz Michallek, Arthur Büchner, Christian Greschow, der zugezogene Fritz Lichtenberger u. a. bemühten sich erfolgreich um die Entwicklung des Flugsports. Nachdem schon im Juni einige Flugzeuge anläßlich des „Deutschlandfluges 1934“ Welzow überflogen hatten, kam es am 24. Juli zur Einweihung der Flugzeughalle am Lindchener Weg und zur Taufe von 12 Segelflugzeugen. Gleichzeitig fand ein Großflugtag statt. Vier Wochen später, am 26. August 1934, wurde erneut ein solcher Tag auf dem Flugplatz veranstaltet. Die Fliegerstürme der Gruppe 3 marschierten auf. Den zahlreichen Gästen wurden Kunstflüge, Fallschirmabsprünge und Rundfahrten mit dem Luftschiff D-NP 30 geboten.

Nach der Machtergreifung der Nazis in Deutschland wurde die Funktion des Flugplatzes verändert. 1935 veröffentlichte die neue Regierung einen Erlass über die Reichsluftwaffe, wonach der systematische Ausbau des Fliegerhorstes Welzow für militärische Zwecke begann. Unter diesem Aspekt fand am 16. August 1935 wiederum eine „Flieger-Werbeveranstaltung“ statt. Bereits ab Juni 1936 gehörte der Flugplatz zum Luftgaukommando IV-Dresden und war zugleich dem Flughafenbereich Finsterwalde, gemeinsam mit den Flugplätzen Briesen und Luckau-Alteno, als Übungs-Einsatz-Hafen unterstellt. Damit war der Fliegerhorst Welzow mit dieser Klassifikation zur Basis für die Ausbildung von Flugzeugbesatzungen bestimmt worden.

Noch in den Herbstmanövern 1936 wurden von der Luftwaffenführung Mindestausstattungen fest- gelegt, um zivile Flugplätze für den militärischen Einsatz vorzubereiten. Dem wurde auch in Welzow entsprochen. An der Kreuzung Lindchener Weg und Liesker Weg wurde ein Gebäude für Wachmannschaften einschließlich Versorgungs- einrichtungen errichtet. Hinzu kam eine Ringrollbahn und ein Anschlussgleis vom Bahnhof Welzow bis zu den Tanklagern im nordwestlichen Bereich des Platzes. In die Heide hinein wurden Baracken für die Unterkunft der Luftwaffensoldaten gebaut. Neue Hangars entstanden sowie Gebäude für Feuerwehr und anitäre Versorgung.

Am 20. September 1938 wurden für den operativen Einsatz während der Besetzung der CSR zwei Kurierstaffeln auf dem Fliegerhorst Welzow stationiert. Wenige Tage vor dem Überfall auf Polen und mit Beginn des Zweiten Weltkrieges am 01. September 1939 waren sehr viele Luftwaffensoldaten mit ihren Funkwagen und Versorgungsfahrzeugen auf dem Fliegerhorst untergebracht. An diesen Tagen waren viele Flugzeuge am Himmel zu sehen. Ab Sommer 1940 wurde die Fluggruppe der Luftnachrichtenschule 1 / Halle a. S. als Bordfunker in Welzow ausgebildet.

Neben der Ju 86 und der Ju 52 waren ständig oder zeitweise als Ausbildungsflugzeuge die Typen W 34, Do 17, Fw 58 und Ar 66 im Einsatz. Wenn die Unterkünfte auf dem Flugplatz nicht ausreichten, dann wurden Quartiere bei Welzower Familien belegt. Die Einquartierungen waren von Zeit zu Zeit vor allem dann erforderlich, wenn Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten zu Übungen oder Unterweisungen nach Welzow kommandiert worden waren. Unter den Offizieren befand sich auch einmal Prinz Louis Ferdinand von Hohenzollern, Enkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II, der bei der Familie Nolle, Potsdamer Straße, einquartiert war.

Am 02. August 1944 wurden der Stab und die II.Gruppe des Jagdgeschwaders 4 nach Welzow verlegt. Vier Tage später erfolgte ein schwerwiegender Einsatz gegen die amerikanische Luftflotte, die mit 568 B-17 Bombern Berlin zum Ziel hatte. Zum Schutz wurde der Bombenverband von 500 Mustangs begleitet.

Auch das Jagdgeschwader 4 erhielt den Befehl, die Flugzeuge im Luftkampf abzuwehren. Insgesamt wurden dabei 189 Einsatzstarts vollzogen und sieben amerikanische Flugzeuge abgeschossen. Von deutscher Seite wurden 31 Flugzeugführer mit ihren Maschinen als Verlust gemeldet. Das Jagdgeschwader 4 wurde an die Westfront verlegt und der Stab und die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 301 in Welzow stationiert.

Schließlich folgten die Einsätze des Stabs und der I., II. und III. Gruppe des Jagdgeschwaders 6 vom Flugplatz Welzow aus. Im Februar 1945 kam auf dem Fliegerhorst Welzow die Fernaufklärungsgruppe 11 kurzfristig zu Aufklärungseinsätzen.

Mit Beginn der Berliner Operation durch die Rote Armee am 16. April 1945 veränderte sich für die Welzower und für die Truppen auf dem Fliegerhorst schlagartig der Alltag. Der Krieg mit seiner ganzen Brutalität, sinnlosen Zerstörung und Menschen- vernichtung hatte den Raum Welzow erreicht. Bereits am ersten Tag der Offensive wurden der Flugplatz und der Ort von Flugzeugen der sowjetischen Luftarmee angegriffen. Am 20. April drangen Einheiten der Roten Armee in Welzow ein, wobei es zu kleinen Feuergefechten im Bereich der Aue und auf dem Flugplatz kam.

Vor Abzug der deutschen Truppen waren die Hangars gesprengt und die militärischen Anlagen zerstört worden. Für den Flugbetrieb war der Platz unbrauchbar, jedoch einige Baracken, die Gebäude der Wache und der Feuerwehr blieben noch nutzbar. Mehrere Baracken wurden ab Herbst 1945 für Flüchtlinge hergerichtet und von ihnen belegt.

1950 begann ein Vorkommando der sowjetischen Fliegerkräfte auf dem Flugplatz Welzow mit Instandsetzungsarbeiten. Das Gelände wurde durch Rodung von Wald und Einbeziehung weiterer Wiesenflächen auf die dreifache Größe erweitert. Die Bau-Union-Dresden erhielt den Auftrag, eine 2.500 Meter lange und 80 Meter breite Start- und Landebahn (SLB) zu errichten. Zugleich wurden Abstellplätze und eine Ringrollbahn betoniert. Im Mai 1953 sind die SLB, die Vorstartlinie und die Ringrollbahn fertiggestellt und die ersten Splitterboxen angelegt. Auf dem Flugplatz waren Bomber des Typs IL 28 mit Aufklärungstechnik stationiert.

Dem Fliegerregiment wurden 1966 Jak 27-Aufklärer zugeführt, die jedoch bereits 1968 durch moderne Jak 28 ersetzt wurden.

1974, zwischen Juni und Oktober, wurde die zweite und spätere Haupt-SLB neben der vorhandenen eingerichtet. Ab 1986 begann die Umrüstung auf den Jagdbomber Su 24 in der Aufklärerversion.

1991 wurden Flugzeuge des Typs MIG 25 von Werneuchen nach Welzow verlegt. Am 15. Juni 1993 verabschiedete die Welzower Bevölkerung das 11. Aufklärungsgeschwader mit 23 Su 24 und Transportmaschinen für immer vom Flugplatz Welzow.

Nach Abzug der GUS-Flieger-Kräfte war ein Neubeginn für den Aufbau eines zivilen Verkehrslandeplatzes möglich. Dazu war bereits im April 1993 von Gesellschaftern der Region die „Flugplatzbetriebsgesellschaft Welzow mbH“ gegründet worden. Sie stellte sich die Ziele:

  • Aufbau und Entwicklung eines Verkehrslandeplatzes
  • Gewerbeansiedlung
  • Freizeitnutzung

Voraussetzung dafür war eine Beräumung des Platzes, wofür 100 ABM-Kräfte in der Zeit von 1994 bis 1995 zur Verfügung standen.

Damit die Flugplatzbetriebsgesellschaft ihren Geschäftsbetrieb aufnehmen konnte, war es notwendig, entsprechende Gebäude zu rekonstruieren und die Medienversorgung wieder herzustellen.

So wurden in Etappen der Tower rekonstruiert, die Tankanlage aufgebaut, die Flugleitung saniert, Straßen und Wege erneuert sowie die Strom- und Wasserversorgung, die Abwasserversorgung und die Telekommunikation in Gang gesetzt.

Im August 1996 wurde die erste Zulassung als Verkehrslandeplatz erteilt, die im September 1999 auf eine maximale Startmasse von Motorflugzeugen 14 t und die Durchführung von Sichtflügen am Tag und in der Nacht erweitert wurde.

Der Verkehrslandeplatz Welzow ist vor allem für die allgemeine Luftfahrt bestimmt und wird besonders genutzt durch den Geschäftsflugverkehr. Aber auch Privat- und Vereinsflieger sind ständige Gäste.

Mit der unmittelbaren Nachbarschaft zum EuroSpeedway Lausitz ist Welzow eine wichtige Luftverkehrsanbindung für die anreisenden Rennteilnehmer und Besucher.

In dem neu eingerichteten Flugplatzmuseum kann man viel Interessantes über die Geschichte des Flugplatzes erfahren. Mit der Unterstützung vieler Freunde und Helfer ist es gelungen, die Flugplatzentwicklung in den verschiedenen Epochen darzustellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Flugplatzfeste beweisen mit ihrer Resonanz, dass der Flugplatz Welzow nicht nur die ungeteilte Zustimmung und Unterstützung der Bevölkerung findet, sondern dass die Zielstellung 1993 richtig war und Hoffnung für eine weitere positive Entwicklung besteht.